Geschichte

Poetry-Slam – Was ist das?

Elitäre Dichterlesungen gibt es genug. Poetry-Slam ist Dichtung aus dem Publikum für das Publikum. Der Slam ist offen für jedermann. Jeder, der schon mal ein paar Zeilen geschrieben hat, und sich damit auf die Bühne wagt, kann seinen Text den Zuhörern vortragen. Ob Gedicht, Kurzgeschichte oder persönliche Gedanken, witzig oder ernst, spielt dabei keine Rolle. Erlaubt ist, was dem Publikum gefällt. Verboten sind lediglich musikalische Darbietungen und Kostüme. Bis zu zehn Autoren treten an einem Abend an, am Ende entscheiden die Zuhörer, welcher Text die Siegertrophäe verdient hat. Dichter dran - die Bühne gehört euch! 

Poetry-Slam – Wer hats erfunden?
Der erste Poetry-Slam fand 1986 in Chicago statt, als der Bauarbeiter Marc Kelly Smith beschloss, mit einem neuartigen Veranstaltungsformat den klassischen und meist langweiligen Dichterlesungen Konkurrenz zu machen. Seitdem tritt der Poetry-Slam seinen Siegeszug durch die ganze Welt an. 1994 erreichte er Deutschland, wo Wolf Hogekamp als einer der ersten deutschen Performance-Poeten das Literaturformat in Berlin etablierte. Mittlerweile gibt es deutschlandweit circa 70 Slams. Einmal im Jahr treffen sich die besten Poetry-Slammer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein zu den „deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften“, um in den Kategorien U20, Team und Einzel die deutschsprachigen Meister zu küren und um den Austausch mit anderen Slams zu fördern. Der diesjährige "NationalSlam" fand in Düsseldorf statt, im November 2010 wird er im Ruhrgebiet ausgerichtet. 

Poetry-Slam - im Scharfrichterhaus?
Der Poetry Slam Passau wurde 1999 von Slam-Veteran Gunnar Braun gegründet. Seither läuft die Passauer Dichterschlacht rund sechs Mal im Jahr im Tempel der alternativen Kultur – dem Scharfrichterhaus. Die unterschiedlichsten Slammaster haben den „Scharfdichter“- Slam geleitet, geprägt und weiterentwickelt. So vielfältig die Moderationsstile und Herangehensweisen der bislang acht Passauer Slam-Väter und –Mütter waren, so haben sie alle eines gemeinsam: das Herzblut. Ehrenamtlich und teils auf eigene Kosten, haben sie dafür gesorgt, dass sich der Poetry-Slam als ein Höhepunkt der Passauer Kulturszene etabliert hat. Seit sieben Jahren erfreut er sich konstanter Beliebtheit – und das nicht nur vor Passauer Publikum: 
Im Oktober 2003 gewannen die damaligen Slammaster Raimund Meisenberger, Markus Rosstek und Markus Pissarek den Teamwettbewerb des German International Poetry-Slam in Frankfurt! In regelmäßigen Abständen touren sie nun als „Erdbeermund“ (www.erdbeermund.de) mit ihrem Poetry-Bühnenprogramm durch Bayern. 

Von November 2005 bis November 2009 wurde der Poetry-Slam moderiert von den Slammastern Christoph Werthmann und Anna Kistner. In ihre Fußtapfen traten Tom Konzack und Lukas Musilek, um mit viel neuer Kraft die erfolgreiche Slamtradition fortzuführen. Abgelöst wurden die beiden in 2010 von Timo Stukenberg und Ariane Hussy die den Slam in 2011 an die aktuellen Moderatorinnen Anna Rössler und Verena Kommander übergaben.